Würzburg – Borneo

Kannenpflanzen galt das besondere Interesse von Martin Lutzmann-Fedus und Magdalena Fedus-Lutzmann aus dem Botansichen Garten Würzburg. Daher reisten sie nach Borneo.

Aus ihrem Bericht: Da der Gipfel auf einem Ausläufer des Kinabalus liegt kann man mit Genehmigung dem Grat hinter dem Gipfel folgen. Der Pfad ist hier oft direkt am Abgrund und häufig durch Erdrutsche unterbrochen. Zeitweise mussten sich auch die ortskundigen Guides an rotem Markierungsband, das an Pflanzen gebunden war, orientieren. Die ersten Kannenpflanzen begegneten uns nach einem kurzen Abstieg hinter dem Gipfel. Dort erblickten wir zuallererst Nepenthes edwardsiana, die Art mit dem wahrscheinlich spektakulärstem Peristom. Kurz darauf folgten einige Pflanzen Nepenthes lowii. Diese Art genießt aufgrund der besonderen Hochkannen große Bekanntheit. Auf der Unterseite des zurückgebogenen Deckels sondert die Pflanze dickflüssigen Nektar ab. Die Pflanze wird deswegen von Spitzhörnchen (Tupaia montana) besucht, die zusammen mit dem Zucker des Nektars auch ein mildes Abführmittel aufnehmen. Der Kot dient der Pflanze als Quelle für auf den ausgewaschenen und sauren Böden kaum verfügbaren Nährstoffen. Da die Insektendichte in den Bergnebelwäldern mit zunehmender Höhe geringer ist, hat sich die Pflanze damit eine zuverlässigere Nährstoffquelle erschlossen.