Neuigkeiten aus der Stiftung Internationaler Gärtneraustausch

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Gärtneraustausch: 30 Jahre Idee und 15 Jahre Stiftung

Gärtneraustausch: 30 Jahre Idee und 15 Jahre Stiftung - Gärtneraustausch-Jubiläen im Neuberger Weg

Die Jubiläen des Gärtneraustausches haben wir mit einem Fachgespräch zum Gärtneraustausch am Originalschauplatz gewürdigt.

An den Esstisch im Neuberger Weg 80, an dem die von Loki einberufenen Sitzungen des Beirates zum Gärtneraustausches über mehrere Jahre stattfanden, hatten wir eine illustre Runde von Fachleuten eingeladen. Professor Susanne Renner, die den Botanischen Garten München leitet, war dabei, ebenso wie Mathias Bartusch, der den Botanischen Garten in Dresden technisch begleitet sowie Dr. Hans Helmut Poppendieck, Vorstand der Stiftung Internationaler Gärtnerausatusch, Volker Struß „Bibelpflanzen“-Gärtner im Hamburger Botanischen Garten sowie Stefan Herms von Helmut und Loki Schmidt Stiftung. Andreas Sentker moderierte das Fachgespräch.

„Ich sitze nicht zum ersten Mal an diesem Tisch“ – Herr Poppendieck berichtete anschaulich von den ersten Sitzungen zum Gärtnertausch an diesem Ort. Von diesem Startpunkt aus ging das Gespräch weiter über die Idee und die Verdienste des Gärtneraustausches – dessen Idee ganz klar auf Loki Schmidt zurückgeht. Wie wichtig und auch wie innovativ es ist „tüchtige Handwerker“, wie es Helmut Schmidt mal formulierte, in die Welt zu schicken um sich weiterzubilden und sich auszutauschen.

Der Gärtneraustausch wirkt auf die beteiligten Botanischen Gärten, auf die Gärtner und auch die Forschung mit und über Pflanzen.

Und der Gärtneraustausch entwickelt sich weiter – so ist der flexiblere Junggärtneraustausch hinzugekommen, was Frau Kühl als Stifterin der Stiftung Internationaler Gärtneraustausch besonders betonte.

Alle Beteiligten waren sich sicher: Dieses Fachgespräch hätte der Ehrenvorsitzenden der Stiftung  - Loki Schmidt - sicherlich gefallen.

Vielen Dank an alle, die es ermöglicht haben!

Rekordförderung im Jubiläumsjahr

Chile, China, Deutschland, England, Georgien, Namibia, Norwegen, Schweden, Südafrika und USA. Zehn Länder nehmen 2017 am Internationalen Gärtneraustausch teil, so viele wie nie zuvor.

Es zeigt, wie aktiv unsere Stiftung ist und welche Bedeutung der Austausch zwischen den deutschen Botanischen Gärten und ihren ausländischen Partnern inzwischen erlangt hat.

Aber nicht nur deswegen ist 2017 ein besonderes Jahr für uns. Wir feiern in diesem Jahr nicht nur ein, sondern gleich zwei Jubiläen. 1987, also vor dreißig Jahren, wurde der internationale Gärtneraustausch von Loki Schmidt ins Leben gerufen. 2002, und damit vor fünfzehn Jahren, wurde die Stiftung Internationaler Gärtneraustausch gegründet. Vor kurzem hatte ich Gelegenheit, im Archiv der Helmut und Loki Schmidt Stiftung in Hamburg-Langenhorn den Schriftverkehr und die Zeitungsberichte zum ersten Austausch zwischen Hamburg und Jerusalem einsehen zu dürfen. Ich selbst hatte die Aktion 1987 nur am Rande miterlebt und war jetzt, nach dreißig Jahren, beim Studium der Akten fasziniert von der Energie und Zielstrebigkeit, mit der Loki Schmidt damals zu Wege ging. Wie sie den Universitätspräsidenten Fischer-Appelt und die Verlegerin Friede Springer für ihr Vorhaben begeisterte und mit ins Boot holte. Der damalige Kasseler Bürgermeister und späteren Finanzminister Hans Eichel wurde eingespannt – seine Stadtgärtnerei lieferte Gewächshauspflanzen.

Als der Hamburger Gärtner Peter Eggers mit Kisten voller Pflanzen und einem ordnungsgemäßen Pflanzenschutzzeugnis am Flughafen von Tel Aviv eintraf, verweigerte das zuständige Pflanzenschutzamt den Pflanzen glattweg die Einreise. Es bedurfte eines persönlichen Briefes von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt an Shimon Perez, um wenigstens einen Teil des wertvollen Pflanzenmaterials zu retten. Als Nebeneffekt wurde später am Flughafen Tel Aviv eine Quarantänestation für Pflanzen aus Übersee eingerichtet. Peter Eggers blieb zwei Monate, und

mit dem damaligen Direktor Michael Avishai verbindet uns bis heute eine tiefe Freundschaft.

Der erste Austausch war ein großer Erfolg. Er war ein so großer Erfolg, dass bald weitere Aktionen folgten. Unter Lokis Führung und Förderung bildete sich ein internationales Netzwerk, das zunächst die Gärten in Hamburg, Jerusalem, St. Petersburg, Mérida (Venezuela) und Göteborg miteinander verband. All diese Reisen wurden von Loki Schmidt privat finanziert, beispielsweise durch Honorare aus dem Verkauf ihrer Bücher. Weitere Gärten kamen hinzu.

Im Jahre 2002, also vor fünfzehn Jahren, wurde dann die Stiftung Internationaler Gärtneraustausch gegründet, die das von Loki Schmidt begonnene Werk in ihrem Sinne erfolgreich weiterführt.

Soweit die Historie. Schwer zu sagen, was die Zukunft bringen wird. Welche Rolle werden Botanische Gärten in einer globalisierten, enger werdenden Welt spielen? Die Kernaufgabe bleibt: Pflanzen aus unterschiedlichen Weltgegenden zu kultivieren – für Forschung, Lehre, Bildung und zum Erhalt gefährdeter Arten. Aber in dem Maße, in dem die natürlichen Ressourcen schwinden, nimmt auch die Verantwortung für die nachhaltige Erhaltung von Pflanzensammlungen zu. Wenn Botanische Gärten ihre Aufgabe weiter mit hohem Anspruch wahrnehmen wollen, werden die Anforderungen an die praktische und ganz handgreifliche gärtnerische Expertise steigen. Sie zu fördern ist Aufgabe unserer Stiftung. Etwas problematischer ist die Gegenwart. Wie viele Stiftungen sind auch wir von der gegenwärtigen Nullzinsphase betroffen. Dass wir dennoch so viele Reisen botanischer Gärtnerinnen und Gärtner fördern können, verdanken wir dem eindrucksvollen Engagement von Freunden und Förderern unserer Stiftung. Beim Einen steht die Förderung der Berufsbildung oder die Völkerverständigung im Vordergrund, beim Anderen die liebevolle Erinnerung an die großartige Loki Schmidt. Alle tragen sie mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement dazu bei, die Kernkompetenz Botanischer Gärten zu fördern und deren Ansehen in der Öffentlichkeit zu stärken. Wir freuen uns, wenn wir in unserem Jubiläumsjahr viele neue Freunde und Förderer für unsere Stiftung gewinnen können.

Hans-Helmut Poppendieck

Berichte Gärtneraustausch 2016

Die Berichte über den vielfältigen und erfolgreichen Gärtneraustausch im Jahr 2016 sind unter Reiseberichte einsehbar.

Reiseprojekte 2017

Geförderter Gärtneraustausch 2017 – es wurden viele sehr interessante Projekte vorgelegt. Wir freuen uns, dass wir so viele finanziell unterstützen und ermöglichen können. Für die Reisen im Jahr 2017 stellet die Stiftung rund 16.000 € zur Verfügung.

 München – Tromsø  und Tromsø – München: Der Botanische Garten München baut einen Austausch mit dem Garten in Tromsoe in Norwegen auf. In diesem Jahr sind Besuch und Gegenbesuch geplant. Das ganze findet im Rahmen des Netzwerks arktisch-alpiner Gärten statt. Seit mehreren Jahren besteht schon ein lockerer Kontakt zwischen dem Botanischen Garten München und dem arktisch-alpinen Botanischen Garten Tromsø in Norwegen. Wichtige Ziele des Austausches sind:

• Erfahrungsaustausch in der Kulturführung

• Vergleich von Kulturbedingungen unter subpolaren und temperaten Bedingungen

• Exkursionen in die Umgebungsvegetation

• Planung einer langfristigen engeren Zusammenarbeit

Südafrika – Hamburg: Mit der Kultur der hochsukkulenten Mittagablumengewächsen beschäftigt sich Neil Mac Donald in Südafrika. Er hat die etwas heikle und teilweise auch undankbare Aufgabe Arten dieser Familie und andere sukkulente Besonderheiten in einer Art Rettungsgärtnerei am Leben zu erhalten und sie für  die Rekultivierung von Abbauflächen vorzubereten. In Hamburg möchte er von dem hier vorhandenen Wissen um diese Pflanzen profitieren und somit seine Kulturtechniken verbessern.

Namibiaexkursion deutscher Sukkulentengärtner: Gärtnerinnen und Gärtner aus mehreren deutschen Botanischen Gärten haben den Plan gefasst gemeinsam in Namibia auf botanisch- gärtnerische Tour zu fahren. Der Austausch untereinander und vor Ort wird diese Reise für alle zu einer ganz besonderen Erfahrung machen. Die Stiftung gibt gerne einen Zuschuss zu dieser Reise.

Bremen - USA, Seattle: Martin Monthofer ist Gärtner im Rhododendron-Park in Bremen. Er möchte gerne bei der - nicht ganz einfachen – Vermehrung von Rhododendren dazulernen. Eine erfolgreiche Vermehrung ist für die Aufrechterhaltung der Sammlung unbedingt von Nöten! Um diese Verlustquote zu verringern, reist er zur Weiterbildung in die USA zur Rhododendron Species Foundation.

München – Batumi, Georgien: Der Botanische Garten München unterhält Kontakte mit dem Botansichen Garten in Batumi. Ein neues Projekt des Botanischen Gartens Batumi ist, dass ein Satellitengarten im Kleinen Kaukasus, am Guderzi-Pass auf 2000 m Höhe, angelegt werden soll. Das entsprechende Gelände ist bereits erworben und die ersten gestalterischen Arbeiten beginnen bereits in diesem Sommer. Da der Botanische Garten München-Nymphenburg seit über 100 Jahren ebenfalls einen Alpengarten betreut, besteht eine hervorragende Möglichkeit die entsprechende Expertise in diesem Projekt einzubringen.

Talca, Chile – Dresden: Der Botanische Garten Dresden hat eine lange und gute Verbindung nach Talca. In diesem Jahr ist der chilenische Gärtner Miguel Tapeia eingeladen nach Dresden zu reisen. Für ich wichtige Punkte sind: Anzucht von Einjährigen Pflanzen, das Kalthaus, der Austausch mit den Kollegen und die sächsische Flora.

Hamburg – Göteborg: Eine Kurzreise führt Gärtnerinnen und Gärtner nach Göteborg  - der Austausch und Kontakt mit den Göteborger Kollegen ist so gut, dass eine Kurzreise für viel Austausch und Anregung sorgen wird.

Shanghai – Hamburg: Yun Jiang und Li Shao kommen im Sommer aus Shanghai nach Hamburg. Der Austausch zwischen beiden Gärten der Partnerstädte ist mittlerweile eine schöne und spannende Tradition.

Berlin – Kew Gardens: Constanze Ludwig arbeitet als Gärtnerin im Berliner Botanischen Garten in der Abteilung Erhaltung und Forschung, auch in Zusammenarbeit mit der Seedbank des Gartens. Kew Gardends ist als einer der größten Einrichtungen dieser Art ein spannender Ort für den Austausch.

Hamburg – Shanghai: Don Tengeler ist im Hamburger Subtropenhaus auch für chinesische Pflanzen verantwortlich. Daher nutzt er die bestehenden Kontakte zwischen den Gärten in Hamburg und Shanghai um sein Pflanzen vor Ort kennen zu lernen.

Reiseprojekte 2016

Insgesamt 6 Junggärtner aus fünf Botanischen Gärten sind in diesem Jahr mit Unterstützung des Gärtneraustausches unterwegs: Von Leipzig geht es nach Edinburgh, von Hamburg nach Cali, Kolumbien. Zwei Junggärtnerinnen aus Kiel erkunden die Vegetation in Costa Rica, von Kew geht es nach Indien und von Bonn auf Exkursion nach Teneriffa.

Tübingen – Brasilien: Aus Tübingen geht es für den Gärtner Markus Rauscher auf Exkursion durch die Vegetation Brasiliens.

München – Leon: Der Botanische Garten München führt seinen sehr erfolgreichen Austausch mit dem Garten in Leon, Nicaragua, weiter: Harald Loose, der Reviergärtner für die Gewächshausanzucht reist nach Leon.

Bonn – Oxford: Anne Schulz aus dem Bonner Botanischen Garten reist nach Oxford und knüpft so an einen Aufenthalt einer Gärtnerin aus Oxford in Bonn an.

Hamburg – Appalachen, USA: Frederic Gilbert und Nils Kleissenberg aus dem Botanischen Garten Hamburg nutzen eine einmalige Gelegenheit in den Appalachen mit Spezialisten vor Ort zusammenzuarbeiten und sich genauer mit der Gattung Trilium zu beschäftigen.

Hier der Newsletter 2015

Newsletter 2015_deutsch.pdf (1,2 MiB)

Reiseprojekte 2015

Für das Jahr 2015 hat der Gärtneraustausch sechs Projekte mit einer Gesamtsumme von knapp 13.000,- Euro bewilligt. 

Äthiopien - Bonn, in Anknüpfung an das ARBOPRO Projekt wird ein Gärtner aus dem Arboretum in Äthiopien nach Deutschland reisen. In diesem Projekt wird der Aufbau eines Arboretums in Äthiopien von deutscher Seite unterstützt.

Wir freuen uns, dass dieses Projekt in seiner gärtnerischen Ausrichtung zu unterstützen. 

Tübingen – Iran, Ein Gärtner aus dem Botanischen Garten Tübingen wird auf einer Exkursion in den Iran seine Kenntnisse über Primelgewächse vertiefen. Durch Kontoakte vor Ort werden auch Sammlungen möglich sein. Der Förderkreis des Bot. Garten Tübingen beteiligt sich an den Kosten.

Hamburg – Nepal, eine Auszubildende im Botanischen Garten Hamburg, reist für ein Praktikum im Botanischen Garten Daman nach Nepal. Sie hatte durch einen privaten Besuch vor Ort Kontakte geknüpft.  

Kiel – Windhoek, Namibia, ein Sukkulentengärtner aus dem Botanischen Garten Kiel, wird im Botanischen Garten Windhoek in Namibia eine Woche mitarbeiten und dann noch zwei Wochen im Land Standorte von Sukkulenten bereisen. 

Dhaka, Bangladesch - Dresden, zwei leitende Gärtner aus dem Botanischer Garten Dhaka, Bangladesch reisen für eine umfangreiche Weiterbildung für vier Wochen nach Dresden.  

Tübingen – Gran Canaria, für Informationen zur Neugestaltung der Kanaren-Abteilung reist ein Gärtner aus Tübingen nach Teneriffa. 

Für den Junggärtneraustausch stehen ohne Fristen Gelder von bis zu 500 € pro Antrag bereit, die von interessierten Junggärtnern (Auszubildende und Gärtner bis 2 Jahre nach Abschluss der Ausbildung) beantragt werden können.

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Zustiftung und Spenden

Die Stiftung hat eine Zustiftung und Spenden eralten.

Dafür herzlichen Dank!

 

 

 

Stipendien für Junggärtner

Für Junggärtner stehen auch 2014 Mittel zur Verfügung - eine Bewerbung hierfür ist jederzeit möglich.

Die Stiftung bietet für Auszubildende Botanischer Gärten oder für frisch ausgelernte Gärtner Botanischer Gärten Reisestipendien an. Diese Stipendien können außerhalb unserer sonst geltenden Fristen beantragt werden, da wir davon ausgehen, dass in der Lehre oder kurz danach einige Planungen spontan entstehen.

Stipendium für Junggärtner
Ein neues Projekt unserer Stiftung: In Zukunft werden wir jedes Jahr für ausgewählte Junggärtner, die ihre Ausbildung an einem Botanischen Garten beendet haben, ein Stipendium in Höhe von 500 Euro ausloben. Für dieses Stipendium gilt das Bewerbungsdatum NICHT. Bewerbungen werden hierfür jederzeit entgegengenommen, da wir hier flexibel für die Junggärtner reagieren möchten.

Ehrenmitglieder

Ehrenmitglieder

Herr Holert, stellvertretender Vorsitzender des Beirates der Stiftung, wurde bei einem Besuch im Botanischen Garten Shanghai mit einer Urkunde zum "honorable staff" des Botanischen Gartens ernannt. Damit wurde er für seine Verdienste um den Gärtneraustausch zwischen den Gärten Shanghai und Hamburg geehrt. Diese Ehrung wurde nach der Beiratssitzung im November 2010 in Hamburg mit einem chinesischen Buffet gefeiert.

Ein Buch über unsere Ehrenvorsitzende

Loki Schmidt - Forscherin und Botschafterin für die Natur. So heißt das lesenswerte Buch von Petra Schwarz und Reinhard Lieberei in dem sie die Forschungen und vielen Denkanstöße und Ideen von Loki Schmidt darstellen. Nicht zuletzt auch den Internationalen Gärtneraustausch!